Anders als zu Hause

Auf alles eingerichtet

"Fahrradkreuzung" by Sonja Gerth CC BY

Neulich sind wir mit dem Auto in den Stau geraten. Es war eigentlich unvermeidlich, da die kürzeste Strecke von Tepoztlán, einem beliebten Wochenendziel und pueblo mágico, nach Mexiko Stadt über die Berge und einen 3000 Meter hohen Pass führt, allerdings ereignen sich in den Kurven oft Unfälle, und das führt sonntags zu langen Staus.

Während wir im Stau waren, habe ich mal wieder über die Schnelligkeit der mexikanischen Verkäufer*innen gestaunt, eine Mischung sicherlich aus Armutsdruck und Verkaufsgeschick. Sobald es sich an irgendeiner Stelle (auch einer Autobahn) staut, poppen aus dem Nichts Leute auf, die Dinge verkaufen: Wasser. Chips. Erdnüsse. Oblaten. Manchmal auch USB-Kabel und Vorrichtungen, mit denen man das Handy/Navi im Auto anbringen kann. Dieses Mal war ich noch beeindruckter, denn erstaunlich weit von der nächsten Siedlung entfernt, inmitten von Kiefern und sonst – nichts- tauchten sogar Tacostände auf. Original mit Kohle, Rauch, Grill, und manchmal noch einem Schirm drüber.

Das Publikum, das heißt, alle im Stau stehenden, ließ es sich nicht nehmen, auf dem Standstreifen zu parken und erst mal eine ordentliche Pause einzulegen. Man muss einen Stau auch genießen können! Für diejenigen, die selbst in Bedrängnis geraten waren, fahrzeugtechnisch jedenfalls, passierten wir mehrfach mobile Fahrzeugtechniker: Ein altes Auto, „mecánico“ auf die Rückscheibe gepinselt, und davor ein Mann, der mit Schläuchen schwenkt, mehrere Kanister mit Ersatzbenzin vor ihm. Falls einem in dem langen Stau das Benzin ausgeht. Die Mexikaner*innen haben wirklich an alles gedacht!

Nur eine Art Dixie-Klo, für diejenigen, die nicht im Stehen pinkeln können, mal eben am Straßenrand, das fehlte noch.