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Back to School

Fahrrad, Helm, Schulranzen, Straße

Ende August hat in Mexiko das Schuljahr wieder angefangen. Die Ferien waren- zumindest in unserem Fall auch lang genug: Zwei Monate mussten wir überbrücken. Kann mir jemand sagen, wie Mexikaner*innen mit ihren 12 Tagen Urlaub im Jahr das machen?

Ich fand es schon schlimm, ging doch die Betreuung der Schule, die natürlich privat gezahlt werden musste, nur von 9 bis 14 Uhr. Im Anschluss belegten meine drei Kinder noch einen Kurs im benachbarten Sportclub, ebenfalls teuer bezahlt und ebenfalls nur sechs Stunden am Tag. Den Schulkalender habe ich auch noch nicht durchschaut. Das mexikanische Bildungministerium bietet derer drei an: einen, mit dem die Kinder 185 Tage im Schuljahr Unterricht haben, einen über 195 Tage und einen über 210 Tage. Meinen bisherigen Kenntnissen zufolge kann sich die Schule offenbar aussuchen, welchen Kalender sie wählt. Unsere also den kürzesten, seufz.

And here we are again! Morgens um 7.30 verwundern wir alle Menschen aus dem Viertel mit unserer menschlichen Fahrradschlange. Niemand sonst würde auf die Idee kommen, einen 5-jährigen alleine auf der Strasse fahren zu lassen. Der riesige Schulranzen auf Rädern ruft doch immer wieder erstaunte Blicke hervor.

Ein wenig traurig bin ich, dass es in der mexikanischen Schule keine Einschulungsfeier gibt. Keine Schultüte, kein festliches Willkommen… schnüff. Der arme Kleine. Dafuer bleibt er mit allen seinen Freunden aus der Vorschule zusammen. Nur die Lehrerin ändert sich.

Ein interessantes Detail übrigens: in unserer Schule bekommen die Klassen jedes Jahr ein*e neu*e Lehrer*in. Das bedeutet auf der einen Seite keine Kontinuität, Zeitverlust durch Eingewöhnung usw. Auf der anderen Seite kann es natürlich auch von Vorteil sein, wenn das Kind mit de*r vorherigen Lehrer*in nicht so gut klargekommen ist. Abgesehen davon werden hier auch die Klassen neu durcheinandergewürfelt, beispielsweise, wenn es zwei Parallelklassen gibt. Hinzu kommt, dass die Mexikaner*innen viel leichter die Schule wechseln… Geldprobleme, Probleme mit der Direktion, dem Personal, der Philosophie… weg sind sie. Die Fluktuation ist viel größer, auch während, aber vor allem zu Beginn des Schuljahres.

Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Wünsche mir zwischendurch eine andere Schule, weniger psychoanalytisch, akademisches Niveau in Mathe etwas hoeher. Denke mir aber dann, die Kinder mussten schon genug Wechsel durchleben. Und in ein paar Jahren geht es ja dann wieder zurück nach Deutschland, zumindest für den Jüngsten und den Ältesten auf ganz neue Schulen. Immerhin sitze ich mit den vertrauten Eltern in all den anstehenden Juntas, und fühle mich unter ihnen weitgehend wohl. Das nächste Schuljahr darf kommen…

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