Mexiko Stadt

Der mexikanische Mega-Späti

Oxxo- der Laden für alles

Abends noch kurz ein Bierchen holen? Kaugummi? Oder eine Rolle Klopapier? Wozu ist so ein Späti alles gut, ein Segen, dass es in Berlin so viele davon gibt.

In Mexiko gibt es kein Gesetz über Ladenöffnungszeiten, das heißt, man kann auch sonntags noch mal eben zum Supermarkt. Trotzdem finden sich die „Spätis“ an jeder Ecke, und sie sind gegenüber deutschen sozusagen mit superpoderes ausgestattet. Meine Kinder würden sagen, die Superhelden-Liga der Kioske: Oxxo. Man sieht sie in Mexiko in etwa so häufig wie in New York Starbucks, das heißt an jeder Ecke.

Gegenüber unserer ersten Wohnung war ein 7/Eleven, weshalb mir die Superkräfte des Oxxo nicht gleich aufgefallen sind. Auch im 7/Eleven kann man nämlich die Handykarte wieder aufladen, von sämtlichen Netzanbietern. Später wurde mir erzählt, auch die Licht- und Wasserrechnung könne man im Oxxo bezahlen. Und gestern konnte ich erstmals verifizieren, dass man auch die Telefonrechnung im Oxxo begleichen kann. Ich glaube, man kann auch Geld abheben. Und als ich mich vor Silvester fragte, wie ich nun an unsere Bustickets nach Guanajuato kommen würde, meinte meine Kollegin: „Kauf sie doch bei Oxxo!“

Oxxo
Der Oxxo an der Ecke bietet sogar Parkplätze

Gesagt, getan. Für nur zehn Pesos Aufschlag konnte ich unsere Fahrten buchen und sogar den Platz aussuchen. Ein echter Vorteil, wenn man keinen Drucker besitzt. Nur für das Kino fehlt eigentlich noch so eine Funktion- ich sollte mal fragen…

In einem Land, in dem viele Bürger*innen kein Bankkonto haben, sind die Einzahlungen in bar eben noch wichtiger. Von Daueraufträgen hat hier sowieso noch niemand gehört. Die Rechnungen, und auch die Miete, werden gerne in bar beglichen oder zum entsprechenden Zeitpunkt auf das Konto der Empfängerin eingezahlt.

Ich bin mir nicht so sicher, ob dieses Oxxo-Monopol gut für die Gesellschaft ist. Aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Allround-Kiosk eine gute Idee wäre, um dem Strukturwandel in ländlichen Gebieten zu begegnen. Wenn die Rentner*innen aus Dorf M. in Brandenburg dorthin gehen und in sämtlichen Servicefragen beraten werden können. Vielleicht könnte man dort auch noch eine Telemedizin-Stube einrichten? Naja, wirre Gedanken aus der Ferne. Vielleicht sollte ich gleich mal ein Bierchen holen…

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