Familie

Der perfekte Samstagmorgen

Frühstück auf dem Dach

Ich liebe den Samstagmorgen schon seit mehreren Jahren. Endlich ausschlafen, nach fünf Tagen Tortur. Allerdings waren meine Samstagmorgen in den letzten Jahren auch häufig keine freien Tage. Hier in Mexiko habe ich das Wochenende immer frei, und muss in der Woche immer arbeiten. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich das wirklich gut finde, aber der Samstagmorgen gefällt mir, hier sogar noch mehr als zu Hause.

Direkt um die Ecke von unserer Wohnung gibt es samstags den Wochenmarkt. Dort findet sich alles mögliche. Piraterie Elektroware, DVDs, Turnschuhe, Handtaschen, Schminksachen und natürlich Essen. Gekochtes, also Quesadillas und Tacos mit Barbacoa Fleisch (besonders lang gegart) frisch vom Comal. Und natürlich Obst und Gemüse. Mein Samstag morgen besteht also darin, zunächst eine Karaffe frisch gepressten Orangensaft vom Fruchtstand nebenan zu kaufen, zwei Liter für immerhin rund 2,20 Euro.

Früchtemüsli
Müsli mit Piña, Mango, Banane und einer Art Mirabellen

Dann geht es eine Runde über den Markt, und schließlich kaufe ich einen riesigen Beutel Obst, das im Gegensatz zu dem im deutschen Supermarkt nicht wochenlang grün über den Atlantik geschippert wurde, sondern Zeit hatte, in der mexikanischen Sonne schön reif zu werden, bevor es am Verkaufsstand gelandet ist. Ich kaufe also Erdbeeren, Granadillas, Ananas, Mango, und was sonst gerade noch gut aussieht und fülle damit unseren Obstkorb auf. Die Kinder geben derweil ihr Taschengeld beim Lego-Menschen aus, an seinem Stand kann man vor allem einzelne Figuren für den kleinen Geldbeutel kaufen, hervorragend auf die Kundschaft abgestimmt.

Dann mache ich mir einen Kaffee und fange an, von diesem und jenem Obst etwas in unseren Mixer zu tun. Der Osterizer war natürlich eine der ersten Anschaffungen hier, denn man macht sich ständig aguas und licuados, neudeutsch: Smoothies. Ich mache also einen schönen Obst-Milchshake, den ich über das Müsli gieße, welches ich zusammen mit Obstsaft und Kaffee auf die Dachterasse balanciere. Dann sitze ich in der Sonne, lese meine elektronische Süddeutsche Zeitung (juhu! Zeit fürs Magazin) und hoffe darauf, dass die Kinder recht lange nicht herausfinden, wo ich gerade bin.

Recht lange sind meistens ungefähr fünf Minuten. Den Rest des Vormittags oder des Mittags geht hin und her, indem ich hinunterrenne und irgendetwas für die Kinder mache und wieder heraufrenne und versuche, meinen Artikel zu Ende zu lesen, aber im Groben und Ganzen bin ich recht zufrieden, wenn ich bis zum frühen Nachmittag keine weiteren Verpflichtungen habe und abhängen kann, und auch die Kinder machen nach der langen Woche gerne etwas für sich, Hörspiele hören oder Lego spielen (s.o.). Das einzige, was die Aussicht von meinem Selbstbau-Möbel stört, ist der Ausblick auf den Sessel gegenüber. Der ist auch besetzt, und zwar mit:

Noch viel Wäsche zu falten
Das einzige, was den Ausblick trübte: Der Wäscheberg gegenüber

0 Kommentare zu “Der perfekte Samstagmorgen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.