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Día de los Muertos- Unser erstes Totenfest in Mexiko

Ich war so aufgeregt, gleich nach unserer Ankunft unser erstes Totenfest in Mexiko mitzuerleben. Den RICHTIGEN Día de los Muertos, und nicht den Halloween-Abklatsch aus den USA. Denn in Mexiko ist die Tradition, Allerheiligen auf den Friedhof zu gehen und der Toten zu gedenken, viel älter. Hier bringt man den verstorbenen Verwandten und Freunden Süßigkeiten, Brot und Likör mit und verbringt sogar die ganze Nacht auf dem Friedhof…

Catrina
Eine Calavera auf dem Zócalo

Allerdings war es uns zu unheimlich, ohne mexikanische Begleitung in der Dunkelheit auf einen Friedhof zu gehen. Und: darf man sich dann einfach auf irgendein unbesetztes Grab setzen und süße Totenköpfe- die Calaveras- mitbringen? Wer weiß, auf welche Tote man dann ein Schlückchen trinkt. Zudem gab es Unklarheiten in Bezug auf das Datum. Ist es nun der 1. oder der 2. November?

Mittlerweile vermischen sich Totenfest und Halloween

Der 31. Oktober ist es jedenfalls definitiv nicht. Auch wenn viele Mexikaner sich gerne gruselig verkleiden und die Kinder um Süßes bitten: das ist dann doch eher von nördlich der Grenze herübergeschwappt. Die Schule der Kinder versteht sich als sehr mexikanisch. Verkleidungen à la Halloween sind hier nicht erwünscht. Es ist höchstens erlaubt, sich das Gesicht als Catrina oder Catrin zu schminken. Dafür wurde die Fassade mit ganz tollen Bastelarbeiten der Eltern verziert. Bin ich froh, dass ich an diesem Bastelnachmittag noch nicht hier war!

Totenköpfe
Verzierung an der Schule der Kinder

Zum 1. November wurden von den Kindern die traditionellen Ofrendas erstellt. Jede Klasse gestaltete ein Häuschen, in dem die Kinder nicht nur der Verstorbenen gedachten, sondern auch ihrer Verluste im Allgemeinen. Im Fall der Kindergartenklasse war es fast schon wieder versöhnlich.

Flasche, Brust, Windel, Schnuller sind weg
Die Ofrenda der Kindergartenkinder

Schnuller und Windeln zu verlieren, hat aus Elternsicht doch auch etwas Gutes. Und irgendwie wird das Totenfest dann doch am 1. und am 2. November, und wohl vor allem in der Nacht dazwischen begangen. Empfohlen wurde uns als Ausflug der Friedhof von Mixquic. Der allerdings 28 Kilometer weit weg war und von der Endhaltestelle der Metro nur mit Mikrobussen zu erreichen. Wir haben dann dafür optiert, den Abend auf dem Friedhof auf nächstes Jahr zu verschieben…

und stattdessen mit der Metro zum Zócalo zu fahren, dem zentralen Platz von Mexiko Stadt. Hier bewunderten wir die riesigen Ofrendas. Sie waren in diesem Jahr den Opfern der Erdbeben vom 7. und 19. September gewidmet.

Skelette, Bauarbeiterweste
Erinnerung an die vielen Helfer nach dem Erdbeben

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