Mexiko Stadt

Klingende Stadt

Müllmenschen sortieren Müll

Obwohl wir in einer der größten Städte des Kontinents wohnen, komme ich mir relativ nah an der Natur vor. Das liegt an den dünnen Fenstern, über die ich mich im Winter wieder ärgern werde. Aber man kann schön die Vögel durchhören. Hinter unserem Haus gibt es eine Menge davon, denn die Nachbarschaft ist sehr grün.

Allerdings kann man auch das Radio der Nachbar*innen gut hören. Und alle anderen Geräusche, mit denen die Händler*innen und andere auf der Straße auf sich aufmerksam machen. Davon gibt es viele, und es dauert eine Weile, bis man herausgefunden hat, welches Gewerk welchen signature sound benutzt. Relativ schnell geht dieser hier:

Das ist die Müllabfuhr, die jeden Morgen um 9 Uhr an der Ecke hält, und damit auch alle wissen, dass sie jetzt ihre Müllsäcke dorthin bringen können, geht ein Müllmann mit einer riesigen Glocke durch die Straßen und macht alle darauf aufmerksam.

Das sind die Altmetallhändler, nach Ansicht der Kinder der „nervigste Sound überhaupt“. Allerdings ein ziemlicher Ohrwurm: „Se compran colchones…“ Pickup mit Metallaufbau, das alte Matratzen, Herde, Waschmaschinen und alles was aus Metall ist einsammelt. 30 Jahre alter Geschirrspüler aus unserem Haus ist von denen auch schon mitgenommen worden. Allerdings Geld hat uns dafür niemand geboten.

Sehr seltsam, dass diese Tamales immer am Abend hier in der Siedlung verkauft werden. Normalerweise sind die Tamales eher etwas fürs Frühstück. Das ist ein Mensch mit Lastenrad, der die im Schachbrettmuster angelegten Straßen hinauf und hinunterfährt, und uns damit um 23 Uhr mit den „ricos tamales oaxaqueños“ vom Schlafen abhält.

Und hier noch zwei Verkäufer, einmal, der fahrbare Gemüsestand. Also, Pick up:

Und dann der Straßenhändler, der empanadas verkauft. In Ermangelung der Händler*innen in der U-Bahn, die irgendwie alle die gleiche Sprachmelodie drauf haben, damit man gleich weiß: hier verkauft jemand etwas. Manche von ihnen haben ein ganz schön durchdringendes Organ, und ich frage mich, wie sie nicht heiser werden, wenn sie den ganzen Tag von Waggon zu Waggon springen.

Hier kommt der Süßkartoffelhändler. Wenn man direkt daneben steht, muss man aufpassen, dass einem nicht die Ohren wegfliegen. Die Händler bieten gedämpfte Süßkartoffeln, manchmal auch Kochbananen an, und ihr Erkennungszeichen ist das Teekessel-Pfeifen, das durch ein riesiges Ofenrohr nach oben steigt.

Mir fehlen noch der Gashändler und der Messerschleifer. Aber wenn ich sie kriege, kommen sie hier auf die Seite 🙂

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