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Mission „Umarmung“

Puppe aus Tusa vor kleinem Altar

Berta Cáceres ist in Menschenrechtskreisen fast eine Heilige. Dennoch, in Deutschland haben, hoch geschätzt, wahrscheinlich 0,5 Prozent der Bevölkerung von ihr gehört. Berta Cáceres ist eine indigene Menschenrechtsverteidigerin, die sich im Bergland von Honduras gegen den Bau eines Staudamms am Río Gualcarque eingesetzt hat. Richtig bekannt wurde sie, als ihr 2015 der renommierte Goldman Prize verliehen wurde.

Doch die Bekanntheit hat sie nicht geschützt. Obwohl sie schon nicht mehr mit ihren Kindern zusammen wohnte, ständig den Wohnsitz wechselte, betraten in der Nacht zum 3. März 2016 Bewaffnete ihr Haus und erschossen sie. Der Umweltaktivist Gustavo Castro, der bei Berta zu Besuch war, überlebte schwer verletzt nur, weil er sich tot stellte.

Die Mörder vermutet nicht nur die Familie im Umfeld der Firma DESA, die das Staudammprojekt- übrigens u.a. mit Finanzierung einer holländischen Bank und eines finnischen Fonds- vorantrieb. In der Tat sind im letzten Jahr sieben Männer für den Mord verurteilt worden, unter anderem ein ehemaliger DESA-Ingenieur, ein Ex-DESA-Sicherheitsmann und mehrere Ex-Soldaten.

Dennoch, der Prozess war eine komplette Farce: Unter dubiosen Umständen immer wieder verschoben, wichtige Beweise nicht aufgenommen, die Organisation von Berta, Copinh, nicht als Opfer anerkannt, und die Rechtsanwälte der Opfer vom Prozess ausgeschlossen. Das Strafmaß noch nicht bekannt, könnte also gering ausfallen, so dass die Beschuldigten schnell wieder freikommen. Und, die Drahtzieher hinter dem Mord sind nicht ermittelt worden.

Warum ich das Ganze schreibe? Weil ich Ende Januar durch glückliche Umstände das Glück hatte, auf eine Reise nach Honduras eingeladen zu werden. 52 Menschenrechtsverteidigerinnen aus 13 Ländern Lateinamerikas und Europas haben die compañeras besucht, nicht nur Copinh im Nordosten des Landes, auch viele andere Verteidigerinnen, die sich vor allem in Landkonflikten mächtigen Gegnern in den Weg stellen.

Das waren alles sehr beeindruckende Persönlichkeiten, die mich und mein Denken bewegt haben. Viele Interviews für Cimac sind auch rausgesprungen. Einige davon werde ich in den kommenden Wochen sicher in der ein oder anderen Weise reproduzieren. Bis dahin erst einmal:

Berta vive! La lucha sigue!

Berta no murió, se multiplicó!

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