Essen Neue Heimat

Pambazo!

Street food, Pambazo

An einem der ersten Tage in Mexiko kamen drei Studenten auf uns zu und erklärten, Sie machten gerade eine Umfrage, ob ich teilnehmen wolle. Ihre erste Frage war: „Was gefällt Dir am besten an Mexiko?“ Um eine einfache Antwort zu nehmen, die auf Gegenliebe stößt, habe ich sofort „Das Essen“ gesagt. Daraufhin lachten sie. Diese Antwort habe ihnen bisher jeder Fremde gegeben.

Und es stimmt ja auch. Das mexikanische Essen genießt in der Welt einen sehr guten Ruf. Und da mich auch mein Vater gefragt hat, „was man da so isst“, starte ich hiermit eine lose Serie. Essen in Mexiko. Los geht es natürlich mit dem Streetfood, das sich hier wortwörtlich an jeder Straßenecke findet. Ein Straßenblock hier bei uns im Stadtzentrum, an dem nicht eine fahrende Händlerin mindestens ein Tischchen aufgestellt hat, ist schwer zu finden. Im Notfall tut es auch ein Fahrrad…

Mein favorite streetfood ist definitiv die Quesadilla, besonders, wenn sie mit blauem Mais frisch zubereitet wird. Meist sind es Frauen, die den Teig kneten und plätten, bevor er auf den heißen Comal, d.h. die Platte, geworfen wird. Dazu eine art salziger Mozzarella (Queso oaxaqueño) und grüne, scharfe Soße-fertig! Preis: ca. 70 Cent. Auch auf dem Comal werden Tlacoyos gemacht (gleicher Teig, bloß alles oben drauf), und Gorditas (die werden hinterher aufgeschlitzt und gefüllt). Ein Pambazo ist aus meiner Sicht nichts anderes als ein Hamburger. Wer meine dumpfen Beobachtungen korrigieren möchte, kann das im Kommentar gerne tun.

Comal, Gorditas, Tlacoyos
Auf dem Comal werden Gorditas und Tlacoyos zubereitet

Das Streetfood, was hier definitiv am meisten verkauft wird, ist ein Taco. Ein Maisfladen, auf den alles mögliche gehäuft werden kann: zerrupftes Fleisch, Innereien, und dazu alles Gemüse was man möchte: Tomaten, Gurke, Zwiebel, Nopal (Kaktus), Pilze…

Taco, Straßenverkauf
Ein Taco brutzelt auf dem Comal

Oft ist das Streetfood sehr fettig

 

Ich muss allerdings zugeben, dass ich Tacos hier bisher erst ein Mal probiert habe. Denn so viele vegetarische Varianten habe ich noch nicht gesehen. Und: an den meisten Ständen sind die Tacos samt Belag unglaublich fettig. Könnte es sein, dass ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen fettigem Essen und der Tatsache, dass Mexiko das OECD-Land mit den meisten Übergewichtigen ist? Über die Jahre haben sich die Mexikaner*innen mit den Nachbar*innenn aus den USA in dieser Hinsicht ein enges Rennen geliefert. Erstaunlich fand ich bei näherem Hinsehen auch die Menge an Süßgetränken, die hier verzehrt wird. Jede Bürgerin trinkt pro Jahr 163 Liter Coca Cola, Limo und Co. Daran hat auch eine Getränkesteuer nichts geändert, die 2014 in Mexiko Stadt eingeführt wurde.

Dabei gäbe es doch so viel bessere Alternativen:

Ein Straßenhändler bereitet frische Früchte zu
Ein Straßenhändler verkauft Fruchtcocktails

Für 60 Cent bekommt man einen 0,4 Liter Becher frisch gepressten Orangensaft. Herrlich! Und wer es gesünder mag, kann auch Sellerie-Spinat oder Rote Beete nehmen. Dazu kann man an den zahlreichen Obstständen für 90 Cent eine riesige Schale mit Früchten nach Wahl erhalten. Nur dass alles in Plastik und Styropor eingepackt wird, tut der deutschen Recycling-Seele etwas weh. Da muss ich noch ein Mittel finden.

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