Anders als zu Hause Essen

Süßigkeiten- eine Frage der Herkunft

Süßigkeiten mit Chili

Bisher hat sich Mexiko als gute, wenn auch nicht intendierte Diät erwiesen. Letztens bin ich zufällig auf eine Waage gestiegen. Zwei Kilo weniger! Es ist aber auch so, dass mir diese fettigen Tacos nicht gefallen. Und als Vegetarierin hat man es in Mexiko eh schwerer. Vor allem aber: mein Schokoladenkonsum ist deutlich gesunken!

Es ist nun keinesfalls so, dass Milka, Ritter Sport oder Kinderschokolade qualitativ so hochwertig wären, dass meine Abhängigkeit gut begründet wäre. Aber meine Theorie ist, dass der Süßigkeiten-Geschmack sich in der Kindheit ausbildet und dann nicht mehr ändert. Ich kann Plätzchen mit 2 cm Guavengelee darauf einfach nichts abgewinnen. Oder der seltsamen Masse, die mein Kollege Miguel ab und zu im Büro verteilt: im Prinzip so ähnlich wie Halva, aber etwas glibberiger und mit rauchigerem Geschmack (Wenn ich den Namen in Erfahrung bringe, reiche ich ihn nach).

Und so ähnlich ist es auch mit allen industriellen Süßigkeiten, die es hier zu kaufen gibt. Weder die amerikanischen Schokoladen wie Hershey’s, noch die mexikanischen, deren Namen ich noch nicht einmal weiß, treffen meinen Geschmack. Dabei kommt Xocolatl ursprünglich aus Mexiko! In einigen Hipster-Läden der Colonia Roma kann man handgefertigte Schokolade kaufen, aber sie ist grobkörnig und schmilzt nicht auf der Zunge: nichts für mich!

Die einzige Schokolade, die ich mag, ist die selbst im Tontopf gekochte Trinkschokolade. Dafür kaufe ich bittere Schokolade aus Oaxaca auf dem Markt. Beim Schneiden muss man aufpassen, dass der Finger nicht abhanden kommt. Mit viel Zucker und Milch aufgekocht ergibt das einen Geschmack, den ich in Europa noch nicht probiert habe, sehr lecker. Gleicht den Snack abends auf dem Sofa aber nur in geringem Maß aus.

Ich bin übrigens nicht die einzige. Kurz nach unserer Ankunft waren wir auf unserem ersten Kindergeburtstag eingeladen. Die Kinder sammelten fleißig Süßigkeiten aus der Piñata, ließen hinterher aber seltsamerweise einen ganzen Haufen Bonbons unberührt in der Wohnung liegen. „Warum esst ihr die nicht?“ „Ja weißt du, Mama… sie sind mit CHILI!“

Ha ha ha! Das war lustig. Kein Wunder, die Mexikaner*innen hauen auf alles Chili drauf, nicht nur auf salziges Essen. Auch die Mango wird sehr gerne mit einer roten Chilisoße verfeinert- gar nicht so schlecht, wie ich finde. Und an den Straßenständen kann man viele Nussmischungen sowie getrocknete Bohnen und Mais mit einer Chilimischung darauf kaufen. Ich bin mal gespannt, ob sich der Süßigkeitengeschmack der Kinder in der Zeit hier verändert. Wer weiß, vielleicht vermissen sie später scharfes Süßes…

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