Stand mit Mexiko Fahnen

Schon seit Wochen werden die Gebäude in Mexiko Stadt in Rot-Weiß-Grün gekleidet. Überall hängen riesige Fahnen die Fassaden herunter, manche Balkone sind auch mit escudos, dem Wappen, geschmückt, und die Autos haben sowieso fast alle kleine Fähnchen auf dem Dach.

Am 16. September ist mexikanischer Unabhängigkeitstag. Das wird hier groß gefeiert. Gestern kam schon ein Schulumzug an unserem Büro vorbei, ganz in den Landesfarben ausgestattet und „Viva México“ schreiend. Das ist der Grito, also der Schrei, mit dem der Priester Miguel Hidalgo im Jahr 1810 im kleinen Städtchen Dolores in Guanajuato zum bewaffneten Widerstand gegen die Spanier aufrief. Es dauerte dann noch rund zehn Jahre, bis die Unabhängigkeit erreicht war.

Interessanterweise feiern die mittelamerikanischen Staaten auch am 15. September die Unabhängigkeit, deren Loslösungsprozess scheint aber ohne großen Widerstand von Seiten des Mutterlandes vonstatten gegangen sein, und zwar im Jahr 1821, die Daten haben also nichts miteinander gemeinsam.

Diesen Tag jedenfalls feiern die Mexikaner*innen, indem sie sich auf Plätzen und in Innenstädten versammeln, regionale Gerichte essen und trinken (oder sollte ich sagen saufen? Der Tequila Konsum scheint recht hoch zu sein an diesen Tagen). Viele Straßenzüge sind gesperrt, und Musikgruppen spielen auf den Plätzen. Um 23 Uhr erscheint der oder die Bürgermeisterin des Bezirks und schreit Schrei.

Wir werden das alles heute erkunden, und vielleicht kommen dann noch ein paar Fotos. In unserer Nachbardelegation sollen die Angeles Azules spielen. Oh my God! Eine der bekanntesten Cumbia-Gruppen des Landes, das wird sicher voll. Aber wir gehen lieber nach Coyoacán, den Stadtteil von Frida Kahlo, da ist es vielleicht etwas ruhiger, zumindest bis die Leute einen gewissen Alkoholpegel erreicht haben. Und bei anderen Ländern ist man dem Natioalismus gegenüber ja auch etwas toleranter, wenn nicht sogar selbst engagiert… Viva México!

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